Spüren Sie den Freudenspirit der Natur Kontakt zu Heiko Gärtner Herausgeber von Heiko Gärtner
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Tag 1275: Der beste Kuchen Schottlands

Überlasst das Backen lieber euren Kindern, das ist

29.06.2017: Nachdem wir am Vortag einmal ohne Regen wandern durften, bekamen wir heute gleich die doppelte Dosis. Es prasselte ohne Ende und war gleichzeitig so stürmisch, dass der Regen eher von vorne als von oben zu kommen schien. Es war ein Wetter, bei dem man nicht einmal seinen Hund vor die Tür setzte und auch wir versuchten die Zeit im Freien so kurz wie nur möglich zu halten. Nach 9km machten wir daher bereits wieder einen Etappenstopp an einer Gemeindehalle, die glücklicherweise heute nicht wie üblich mit Tanzkursen belegt war. Auch hier waren wir wieder für uns und konnten ungestört stechen, da es eine geräumige und beheizbare Behindertentoilette gab. Am Nachmittag bekamen wir noch einmal Besuch von unserem Gastgeber und seiner Familie. Vor allem sein Sohn war begeistert von dem was wir taten. Da er außerdem gerade von einen vollkommen verregneten Sommerferien gelangweilt war, verbrachte er seinen Nachmittag damit und einen Bananenkuchen zu backen, den er uns am Abend vorbei brachte. Wir hatten in den letzten Tagen und Wochen schon einiges an Britischer Backkunst probieren dürfen und waren meist nicht allzu überzeugt gewesen. In der Regel war das Gebäck deutlich zu süß und vor allem zu trocken, während beim Geschmack eher gespart wurde.Dieser Kuchen hingegen war anders und mit abstand der beste, den wir auf den Inseln bekommen haben. Vielleicht sollten die Menschen das Backen hier generell ihren Kindern überlassen. Das könnte den Ruf der britischen Küche durchaus etwas aufwerten. Tagebuch des Tattoo-Rituals: Tag 4 Bevor wir mit dem Tätowieren begannen, testeten wir heute zunächst einmal unsere Seelenverstöße und die dazu passenden Sanktionen aus. Ich hatte dabei wieder einmal ein neues Rekordhoch erreicht und lag bei rund 10 Milliarden Herzensverstößen. Auch Shania war mit rund 5000 Verstößen für ihre Verhältnisse relativ weit oben. Der Grund dafür lag vor allem in den vielen kleinen Dingen, mit denen wir uns selbst bei der Durchführung des Rituals sabotierten, angefangen von der immer wieder fehlenden Ernsthaftigkeit über das verschleudern und Vertreiben von Zeit, den fehlenden Fokus, die vielen inneren Blockaden und Selbstzweifel bis hin zu den Ängsten und Blockaden, mit denen wir sogar die Außenwelt manipulierten. Als Sanktion für diese Verstöße sollten wir heute auf den Knien tätowieren. Shania sollte die Position dabei für eine halbe Stunde, ich für den kompletten Prozess des heutigen Tages durchhalten. Was zunächst wie eine Tortur klang, entpuppte sich dann jedoch als große Hilfe für den Prozess. Denn das Knien sorgte noch einmal für eine ganz andere Präsenz und erleichterte es mir wie auch Shania den Fokus zu halten und für einen deutliche längeren Zeitraum konzentriert bei der Sache zu bleiben. Dadurch wurde auch das Schmerzempfinden bei weitem angenehmer und es gelang mir deutlich besser entspannt und unverkrampft zu bleiben, als an den beiden Tagen zuvor. Dennoch wollte meine Haut die Farbe in vielen Bereichen noch immer nicht aufnehmen. Noch immer gab es in mir einen Widerstand oder eine Blockade, die dies verhinderte und die dafür sorgte, dass wir ein Vielfaches an Zeit und Arbeit investieren mussten, um das Tattoo entstehen zu lassen, als eigentlich notwendig gewesen wäre. Nach dem Abendessen sollten wir noch zwei Stunden weiter tätowieren, bis wir für heute Feierabend machen konnten. Es war das erste Mal, dass wir uns eine Zeitspanne als Ziel setzten und keinen Ergebnisstand. Allein diese Tatsache löste bei Shania eine so tiefe, unangenehme Assoziation aus, dass sie an eine psychische Grenze stieß, die ihr das Weiterstechen unmöglich machte. Zunächst war sie versucht, ihre Gefühle beiseite zu drücken und einfach trotzdem weiter zu machen, in der Hoffnung, möglichst schnell fertig zu werden. Doch bereits nach wenigen Stichen wurde klar, dass dies keine Lösung sein konnte. Wir befanden uns nicht in einer Massenproduktion für Nadelstiche, sondern in einem dynamischen Heilungsprozess. Momente wie diese waren es, die den Heilerfolg des Tattoos ausmachten, denn durch sie wurde es zu einem roten Leitfaden, der uns stets an die Punkte heran führte, die gerade in diesem Moment Klärung oder Heilung brauchten. Und wie erwartet steckte auch hier weit mehr dahinter, als man im ersten Moment hätte vermuten können. Wenn Shania gerade nicht dabei war, uns zu besuchen, dann verbrachte sie den Großteil ihrer Zeit damit, in einem Callcenter zu arbeiten und Kunden in Bezug auf ihre Reiseversicherungen zu beraten. Es war keine Arbeit, die sie machte, weil sie darin einen Sinn oder eine Freude erkannte, sondern lediglich ein Job, den sie machen musste, um ausreichend Geld für ihre Wandlungsschritte und ihren Aufbruch als Teil unserer Herde zusammen zu bekommen. Daher empfand sie die Arbeit ein wenig wie eine Gefängniszelle. Acht Stunden täglich saß sie auf einem briefmarkengroßen Platz inmitten eines Großraumbüros und führte bis zu 150 Telefonate mit dem immer gleichen Inhalt. Und obwohl sie dabei gut verdiente, stets ihr bestes gab und mehr verkaufte als die meisten ihrer Kollegen, hatte sie doch immer wieder das Gefühl auf der Stelle zu treten. Sie war sparsamer und zielstrebiger als es sich vermutlich 98% der Menschen überhaupt nur vorstellen konnten, doch der Berg an zu erledigenden Aufgaben, der noch immer vor ihr lag, wirkte so groß und unüberwindbar, dass sie fürchtete, niemals irgendwo anzukommen. Und genau das gleiche Gefühl hatte sie nun auch mit dem Tätowieren. Täglich saß sie viele Stunden daran und arbeitete mit höchster Konzentration und doch schien es, als würde niemals ein fertiges Tattoo daraus werden. Wieder stellten wir fest, dass auch dies ein Thema war, das sowohl Shania als auch mich schon lange begleitete und an dem wir noch immer fest saßen. Es steckte hier eine tiefsitzende Angst und Frustration dahinter, die man nicht einfach ignorieren konnte und so unterbrachen wir das Ritual um Klärung in die Sache zu bringen. Was fehlt uns? Woran scheitern wir, wenn wir effektiv arbeiten und erschaffen wollen? Fortsetzung folgt...
 
Spruch des Tages: Überlasst das Backen lieber euren Kindern, das ist für alle besser!
Höhenmeter: 290 m
Tagesetappe: 28 km
Gesamtstrecke: 23.383,27 km
Wetter: überwiegend trocken und windig
Etappenziel: Kirche, Gartmore, Schottland

Zuletzt aktualisiert am 2017-11-12 23:30:25

 

 

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