Spüren Sie den Freudenspirit der Natur Kontakt zu Heiko Gärtner Herausgeber von Heiko Gärtner
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Tag 0 - Vorbereitung der Tour - Auf den Spuren der Landstreicher im Winter

Heiko Gärtner und Tobias Krüger sind wieder auf Tour! Diesmal geht es nicht in raus in die Wildnis sondern mitten in die Großstadt und an den Rand unserer Gesellschaft.

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Zuletzt aktualisiert am 2012-01-22 19:18:14


Tag 1 - Nahrung zu bekommen ist unverschämt einfach

Wir hatten heute einen angenehmen Essenstag. Angefangen von zwei Brötchen, zwei Äpfeln, sechs Orangen, sechs Brezen, vier Schokopudding und einem Wasser beim Burger King. Hoffentlich werden wir nicht vom betteln dick. Haben aber auch schon gute 20 km auf dem Rücken und unzählige Interviews gemacht. Am spannendsten waren die Wohncontainer in Neumarkt. Hier konnten wir einen Borderliner interviewen. Langsam wird uns bange vor nahenden kalten Nacht ohne Schlafsack. Spruch des Tages: Nahrung zu bekommen ist unverschämt einfach.

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Zuletzt aktualisiert am 2012-01-23 21:39:48


Tag 2 - Heute sind wir auf den Spuren der Straßenkinder

Heute gabs Hackbraten mit Gemüsesuppe. Überall auf unserem Weg säumen sich Menschen die uns helfen. Außer in der Nacht! Ohne Schlafsack lagen wir beim City Point mitten in der Innenstadt von Nürnberg auf Plastikmüll für sechs Stunden. Dabei reduzierte sich unsere Körperkerntemperatur auf 33 Grad. An schlaf war nicht zu denken. Ein alkoholisierter Obdachloser wär unter diesen Umständen gestorben. Trotz vierfacher Polizeipartrullie wurden wir nicht geweckt und in Schutz genommen. Circa 40 Passanten gingen direkt an uns vorbei. Die meisten bestaunten uns und folgten ihrem Weg. Ein kleiner Teil beschimpfte uns sogar und verspottete uns. Heute sind wir auf den Spuren der Straßenkinder.

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Zuletzt aktualisiert am 2012-01-24 20:19:56


Tag 3 - Ämter machen dich wahnsinnig

Essen in Hülle und Fülle

Der Tag begann mit einem Luxusfrühstück in der Heilsarme. Nach gut 20ig Ämterbesuchen waren wir fast so schlau wie vorher. Ein Amt ist wie ein Haus des Wahnsinns. Die ersten 10 km haben wir schon durch Trepp auf Trepp ab zurück gelegt. Am Nachmittag fanden wir ein abgeräumtes Zigäunercamp. An diesem Platz haben mindestens 30 Personen mit Kindern in einer selbst errichteten Zeltstadt gehaust. Anschließend befragten wir den Pressesprecher der Polizei Mitte. In einem Kaffee haben wir dann noch ein Sandwich und ein Getränk geschenkt bekommen. Um kurz vor Mitternacht beendeten wir unser letztes Interview mit einem Streetworker. Zuvor konnten wir ein Straßenkind interviewen das unter Selbstverletzungszwang litt. Dazu rizte sie sich mit der Rasierklinge in den Unterarm um ihrer inneren Wut Ausdruck zu verleihen. Spruch des Tages: Ämter machen dich wahnsinnig.

Pressebericht

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Zuletzt aktualisiert am 2012-01-25 23:53:13


Tag 4 - Willkommen in Frankfurt

Willkommen in Frankfurt

Haben in der Männerunterkunft im Mehrbettcontainer im Schnarchtakt unser acht Mitbewohner geschlafen. Ein hast hat uns mit einem Hustenkonzert die halbe Nacht unterhalten. Um punkt sechs war auch schon wieder die Nacht rum. Nach wurstbrotfrühstück ging es zum Pressemarathon Bayern 1 / 2 / 3 Bayrischer Rundfunk und eine einstündige Pressekonferenz. Anschließend sind wir mit einer Bärenhüterin nach Frankfurt getrampt. Jetzt fehlt uns nur noch ein Platz zum schlafen. Gerade wärmen wir uns noch bei einem Tee in der Bahnhofsmission. Spruch des Tages: willkommen in Frankfurt.

Pressebericht

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Zuletzt aktualisiert am 2012-02-26 19:41:59


Tag 5 - Wenn jemand wirklich aggressiv ist, ist das Beste Entspannungsmittel ein Interview mit Heiko und Tobi.

Briefmarken gibt es bei uns

Gestern Nacht haben wir in einem Zelt mitten in der Innenstadt neben der Skyline der Hochhäuser der Banken geschlafen. Ein Demonstrationscamp hat uns gestern zum schlafen eingeladen, die gegen den Kapitalismus seit über drei Monaten demonstrieren. Ich habe noch nie gesehen, dass man eine Innenstadt mit Genehmigung mit einer Zeltstadt belagern darf. An diesem Tag gab es bei der Kircher eine Winterspeisung. Kartoffelbrei mit Huhn. Anschließend interviewten wir eine Dealerin und mehrere Junkies. Danach erlebten wir einen aggressiven Punk den wir beruhigten und anschließend interviewten. Der Abend endete mit erbettelten Brötchen und Wurst. Nun sitzen wir in der Postbank und naschen Weintrauben und bereiten uns auf die Nacht im Bankenviertel vor. Spruch des Tages: Wenn jemand wirklich aggressiv ist, ist das Beste Entspannungsmittel ein Interview mit Heiko und Tobi.

Pressebericht

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Zuletzt aktualisiert am 2012-01-28 00:25:44


Tag 6 - Wie kann man schneller und leichter Kunden akquirieren?

Heute war der Tag des Pilgerns. Wir sind um sieben Uhr von einem netten Mann in der Postbank geweckt worden in der wir geschlafen haben. Zum frühstücken sind wir in eine Kirche gegangen. Da wir in der Nacht von einem Bankkunden mit fünf Euro reich beschenkt wurden, konnten wir uns das beste Luxusfrühstück aller Zeiten für 50 Cent leisten. Es gab bei den Ordensschwestern sieben verschiedene Brote, Wurst, Käse, Butter, Tee, Kaffee, Kakao, Süßgebäck, Schmalz, Konfitüre, Nutella und vieles mehr. Ein absoluter Wahnsinn. Selbst ein Doktor in Rente frühstückte mit uns. Danach liefen wir 30 km zu einem von einer alternativen Gruppe besetzten Haus. Das älteste besetzte Haus in Europa. Anschließend gingen wir zur Abendspeisung zur Kirche Löwe Judas. Für 50 Cent bekamen wir eine Thaicurrysuppe mit Salat und Brot. Außerdem konnten wir uns zu guter Letzt reichlich bei den Süßigkeiten bedienen. Auch Bananen konnten wir so viele haben wie wir wollten. Ein Prediger lud uns noch in die Kirche ein. Wir folgten der Einladung und staunten nicht schlecht. Inszenierten spontan Heilungen, rhythmischer Gesang und leidenschaftliche Predigten. So zieht sich die selbst ernannte Kirche ihre Jünger die auf der Straße leben und in Not sind in ihr Glaubenskonzept. Spruch des Tages: wie kann man schneller und leichter Kunden akquirieren.

Pressebericht

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Zuletzt aktualisiert am 2012-01-28 21:47:25


Tag 7 - Heute leben wir wie Punker und besuchen eine Wohnungsgemeinschaft und schnorren uns durch

Wir fahren mit der Bimmelbahn

Haben heute wieder in unserer Lieblingsgeldbank der Post geschlafen. Leider haben wir heute kein Geld bekommen, wurden aber dafür auch nicht rausgeschmissen. Beim Frühstück für fünfzig Cent haben wir einen netten Rentner kennengelernt, der genau wie wir in das Milieu eintaucht um Erfahrung zu sammeln, die er für sein soziales Engagement nutzen will. Auch in unseren neuen frühstücksplatz konnten wir wieder eine äußerst aggressive Stimmung wahrnehmen. Am Bahnhof begegneten wir noch Peter im Rollstuhl der uns mit offenen Armen empfing. Anschließend trampten wir Richtung Köln. Nach einem netten Geschwisterpaar nahm uns ein karibischer Mann mit. Aus Dankbarkeit, weil wir ihm bei seinen Seelenproblem helfen konnten, lud er uns auf einem Rastplatz zu einem warmen essen mit einem Getränk ein. Anschließend brachte uns der Mann zum Bahnhof und spendierte uns aus Dankbarkeit das zugticket nach Köln. Zur Zeit fühlen wir uns auf dem Weg der Abenteuershamanen. Spruch des Tages: Heute leben wir wie Punker und besuchen eine wohnungsgemeinschaft und schnorren uns durch.

Pressebericht

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Zuletzt aktualisiert am 2012-01-29 20:21:45


Tag 8 - wir treiben auf der Welle des Glücks

Nach einer erholsamen Nacht starteten wir in einen ereignisreichen Tag. Zuerst begegneten wir einer weiblichen Obdachlosen und stellten fest, dass wir einer äußerst geistig spirituellen Person gegenüber standen. Sie erklärte uns in ausführlichen Worten wie sie auf die Straßen kam und wie sie ihr Leben wieder meistern will. Nur weil sie keinen PC hat kann sie ihr Gesundheitsbuch nicht bei einem Verlag abgeben. Es ist wahrlich eine Schande, dass eine so intelligente Person keine Chance bekommt. Danach besuchten wir einen ehemaligen Mitarbeiter einer Notschlafstelle für Drogenabhängige. Auf unserem Rückweg stöberten wir ein Lager voller Zirkuswagen auf. In der Dunkelheit öffneten wir das schwere vor und trafen einen netten Mann der uns bereitwillig über den besetzten Platz berichtete. Bevor wir heute schlafen gehen, wollen wir noch einen Stricher interviewen. Vielleicht ist uns das Glück holt und wir können auch diese Randgruppe beleuchten. Spruch des Tages: wir treiben auf der Welle des Glücks.

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Zuletzt aktualisiert am 2012-01-30 23:58:04


Tag 9 - Beurteile nie einen Menschen nach dem aussehen

Obwohl wir nur Turnschuhe anhaben und alte Jacken die so wasserdurchlässig sind wie ein Sieb, kommen wir sehr gut mit der Kälte klar. Unser Zwiebeloutfit hilft uns die Kälte gut zu überstehen. Außerdem gibt es genügend Wärmestuben um sich wieder aufzuwärmen. Heute konnten wir eine junge Dame auf der Straße interviewen und haben innerhalb von 60 Minuten beim betteln 35 Euro und fünf Cent eingenommen. Anschließend interviewten wir einen Wohnwagenbesitzer der so gut es geht abgeschottet von der Menschheit leben will. Außerdem kleidete ihn ein besonderes aussehen mit Piercings, Transplantading und Tattoos. Spruch des Tages: Beurteile nie einen Menschen nach dem aussehen.

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Zuletzt aktualisiert am 2012-02-01 00:34:07


Tag 10 - Drei Stockwerke unter der Erde

Nach einem guten Bettler Frühstück starteten wir den weg von Köln nach Stuttgart, der uns noch viele sorgen bereiten sollte. Nach 10 km Fußmarsch erreichten wir endlich nach einigen Umwegen die Autobahnauffahrt. Vorher fragten wir in einem Kiosk nach Brötchen. Prompt erhielten wir 10 frische Semmeln. Gut gestärkt ging es mit einem netten Sozialpädagogen auf in Richtung Aachen. Die vollkommen falsche Richtung, aber wenigstens warm. Nach einer Stunde hardcoretrampen nahm uns ein netter LKW-Fahrer mit nach Worms. Tobi thronte auf dem Bett der Truckers. Ich bekam den Panoramasessel. Nun begann der Horrortrip. Nicht nur, dass wir heute schon einmal fast bei vier Grad minus an der Tanksäule festgefroren wären, standen wir nun an einer Raststätte des Tramperfluches. Obwohl wir kaum vor zittern sprechen konnten, lehnten uns vehement die Leute ab. Nach zwei Stunden der rüden absagen verloren wir kurzzeitig das Vertrauen in die Menschheit. Wie kann man einen Menschen bei sechs Grad minus im starken Wind mit einer vier Euro Jacke erfrieren lassen. Als wir das Handtuch warfen, spendierte uns der Kassenwart einen heißen Kaffee. Erst als wir uns der Situation hingaben, kam ein paar durch die Tür, das unser flehen erhörte. Angekommen in Stuttgart stapften wir zielgerichtet zum erst besten Dönerladen. Der König wie es in der Werbebotschaft hieß, spendierte uns ein Abendessen mit Reis, Gulasch und Nudeln. Auf Grund der Kälte schlafen wir heute in einem Parkhaus ohne Schlafsack. Drei Stockwerke unter der Erde.

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Zuletzt aktualisiert am 2012-02-02 01:29:17


Tag 11 - Wir frieren bald am Boden fest

Heute hatten wir eine angenehme Nacht im Parkhaus. Leider etwas zugig ohne Schlafsack. Anschließend starteten wir den Tag mit einem Frühstück in der Vespakirche, wo wir am Nachmittag noch einen Kuchen mit Tee gespeist haben. Anschließend wollten wir die Rotlichtszene von Stuttgart ergründen, doch alle Türen flogen nach unserer Vorstellung wieder in die Angeln. In einem befeuerten Tipi interviewten wir zwei Personen zum Thema Stuttgart 21 und waren von den Geschichten und der Brutalität geschockt. Anschließend machten wir uns auf dem Weg zum Bodensee. Heute bekamen wir von zwei Personen ein Geldgeschenk nur weil sie uns nicht beim trampen mitnehmen konnten. Langsam fühlen wir uns echt reich. Ab heute tragen wir wieder 50 Euro mehr mit uns herum. Spruch des Tages: Wir frieren bald am Boden fest. Insgesamt haben wir mit einer Stunde betteln 95 Euro auf unserer Tour eingenommen.

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Zuletzt aktualisiert am 2012-02-02 21:15:55


Tag 12 - mein Freund und Helfer oder doch der Feind im grünen Rock

21 Grad minus. Selten habe ich so eine kalte Nacht erlebt. Nach stundenlangen trampen verließen wir Stuttgart in Richtung Bodensee. Nach stundenlangen Autobahn hopping reichte es uns und wir entschlossen in Memmingen die Nacht zu verbringen. Der Dönermann unseres Vertrauens spendierte uns einen Dönerteller und jeweils einen Kaffee. Frisch gestärkt entschlossen wir, dass wir ohne Schlafsack nur in einer Notunterkunft oder in einer Bank schlafen könnten. Da niemand wusste, ob es eine Notunterkunft gab, entschlossen wir uns für die Bank. Vom Fenster aus betrachteten wir die eiskalte Nacht. Nach gerademal einer Stunde schlaf weckte uns die Polizei freundlich und erteilte uns einen Platzverweis. Auch unsere Erklärungen, dass man ohne Obdach und Schlafsack draußen erfrieren würde, führte zunächst nur zu einer strickten Aussage. Sie dürfen hier nicht sein. Ok das verstehen wir aber wohin sollen wir dann bei nun 22 Grad minus? Nach dem die Polizei kurz aus der Tür verschwunden war, kam die Polizisten durch die Tür und meinte kühn in freundlicher stimme: ihr könnt doch gegenüber im Hausflur schlafen. Sagt dem Wachmann wir haben es erlaubt. Was bitte die Polizei ist dazu verpflichtet uns zu schützen und uns in eine schutzobdach zu geleiten. Wenn nicht bei diesen Kühlschranktemperaturen, wann denn dann? Sollten nicht wir die Survivaltips geben und nicht die Polizei? Ist sie nicht eher für die sichere Variante zuständig und wir für das Risiko? Gesagt getan nun lagen wir in den eiskalten Flur einer Wohnsiedlung. Die Kälte der Bodenfliesen bohrte sich durch unseren Körper. Zitternd meditierten wir uns den Schlaf. Nun kam der Wachmann, um uns zu vertreiben. Sofort drohte er mit der Polizei und wir sollten umgehend das Gebäude verlassen. Wir kamen kaum zu Wort und schon wieder standen wir in der Kälte der späten Nacht bei 17 Grad minus? Noch nie war ich in meinem Leben so von der Polizei enttäuscht und dem fehlenden Mitgefühl der Menschen gegenüber schlafenden obdachlosen. Das nicht mehr obdachlose den Kältetod sterben ist ein wahres Wunder und kann nur auf die Kameradschaft der Straßenmenschen zurück geführt werden. Nicht nur das uns die Polizei in Nürnberg nicht erkannt hatte, nun wurden wir noch bewusst in die todbringende Kälte für einen Obdachlosen ohne Schlafsack geschickt. Heute erreichten wir am späten morgen den Bodensee und genossen bei klirrender Kälte die strahlende Sonne. Beim Wok in bekamen wir heute 20 Frühlingsrollen geschenkt und für jeden ein leckeres Nudelgericht mit gebratenen Huhn. So lecker. Wir waren so dankbar, dass man es kaum in Worte kleiden konnte. In klein Städten ist es als echter obdachloser kaum möglich ein leichtes Leben zu führen. Aus diesem Grund vermuten wir pilgern viele Obdachlose in die großen sozial starken Städte. Spruch des Tages: mein Freund und Helfer oder doch der Feind im grünen Rock.

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Zuletzt aktualisiert am 2012-02-04 01:04:24


Tag 13 - Schade das die Zeit so schnell vorbei geht

Nach einer Nacht im Doppelzimmer in der Notunterkunft mit Badewanne und ausreichendem Abendessen genossen wir das Landstreicherleben. Am nächsten Tag interviewten wir unsere Obdachlosen die unter der Brücke schlafen. Anschließend interviewten wir einige Passanten zum Thema Obdachlosigkeit in Deutschland. Abends entschlossen wir uns spontan zur Straßenkunst und tanzten mit dem Feuer bei einer Feuershow. Spruch des Tages: Schade das die Zeit so schnell vorbei geht.

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Zuletzt aktualisiert am 2012-02-05 13:42:53